Das wichtigste überhaupt an dem ganzen Anhängerprojekt war, dass der Hänger gefedert sein muss. Ziel war ja, das Boot mit Hilfe eines Zugfahrzeugs an den See zu bringen und dann zu Wasser zu lassen. Um an den Strand zu kommen muss ein Waldweg benutzt werden, der nicht allzu glatt ist. Um das Boot also nicht schon beim Transport zu beschädigen, musste der Hänger gefedert werden.
Was mir zu Beginn des Projektes vollkommen unklar war, war wie die Federung überhaupt aussehen soll. Eine aus dem Automodellbau bekannte Federung mit Federbeinen und Stoßdämpfern kam nicht in Frage, da dafür viel zu wenig Platz zu Verfügung stand. Ich hatte zwar kurz in Erwägung gezogen, die Federbeine längs des Rahmens einzubauen und die Kraft mit Hilfe von Umlenkhebeln auf die Federung zu übertragen. Das habe ich aber sehr schnell wieder verworfen. Um eine solche Federung sinnvoll bauen zu können, müssten die Lager der Umlenkhebel ziemlich stabil sein und die Hebel selbst natürlich auch. Dafür habe ich keine vernünftige Lösung gesehen. Außerdem geisterte mir noch eine Drehstabfederung im Kopf herum. Erstens weil die Modellbaukollegen hier das auch gebaut haben und zweitens, weil es im Original auch so ist. Das Problem daran war nur, dass ich keinen blassen Schimmer davon hatte, wie so etwas überhaupt funktioniert. Also musste ich ein wenig recherchieren. Als erstes habe ich mal hier geschaut, wie eine Torsionsfederung im Autobau aussieht. Das war zwar sehr lehrreich, hat mir aber nicht wirklich weitergeholfen. Also musste ich weiter auf Suche gehen. Ein paar Gespräche mit Freunden haben mich auf eine neue Idee gebracht: Torsionsfedern werden auch bei Panzern verwendet. Auf dieser Seite habe ich dann die Anregung gefunden, die gebraucht habe.

Nun war klar, dass ich Schwingarme brauche und Drehstäbe. Die Schwingarme waren kein Problem. Ich habe sie auch aus Polystyrol gefertigt. Sie verwinden sich zwar relativ stark, aber beim fahren macht sich das kaum bemerkbar. Sollten doch heftigere Effekte auftreten, werde ich die Arme noch ein mal auch Metall fertigen. Als Achsen habe ich 40 mm M3-Schrauben verwendet. Diese sollten das Gewicht gut aushalten.

Die perfekte Torsionsfeder dreht sich um ihre Längsachse. Das konnte ich aber in diesem kleinen Maßstab nicht nachbauen. Jedenfalls fehlten mir die Ideen und die Fähigkeiten. Also musste ich mit dem Kompromiss leben, dass die Federn auch ein wenig verbogen werden. Der Funktionsweise tut es aber keinen Abbruch. Die Federn sehen wie ein „Z“ aus. Auf der einen Seite habe ich einen Ring geformt, der auf die Achse aufgesteckt wird und dann mit einer Konterung festgehalten wird. Auf der anderen Seite ist der Federstab einfach in einem 90-Grad-Winkel abgeknickt. Das kurze Ende findet Platz in einem Widerlager im Rahmen.

Es ist mir nicht gelungen, den Federstab ausreichend fest mit der Achse zu verbinden. Jedes mal, wenn ich die Muttern festgezogen habe, habe ich das Gewinde der M3-Schrauben zerstört. Also habe ich die Achse noch ein mal aus einem 3 mm Messingstab hergestellt. In diesen habe ich ein Gewinde geschnitten, dass jetzt nicht mehr durch die Muttern zerstört wird. Jetzt hält die Verbindung auch die auftretenden Kräfte.

Nachdem das geschafft war, trat auch schon das nächste Problem auf: Die Schwingarme drehten sich auf der Schwingachse. Und das obwohl ich schon Zahnscheiben verwendet habe. Um genau zu sein, trat das Problem nur auf einer Seite auf. Nämlich der Linken. Denn hier bewirkt das Einfedern ein Lösen der Schraubverbindung. Da helfen auch keine Zahnscheiben, oder sonst was. Die einzige Idee, die mir dann noch eingekommen ist, war die, dass ich einen dünnen Federdraht durch den Schwingarm und die Achse stecke, so dass ein Verdrehen nicht mehr möglich ist. Siehe da! Es geht! Ist vielleicht nicht die eleganteste Lösung aber sie funktioniert.