Nachdem klar war, dass ich einen Bootsanhänger bauen wollte, war die Frage zu klären wie ich ihn bauen will. Holz ist ein wunderbarer Werkstoff. Leider kam es für diesen Bau nicht in Betracht, da der Hänger bis in das Wasser gefahren werden sollte, um das Boot auszusetzen. Aluminiumrahmen wären sicherlich auch eine gute Idee. Ich habe aber überhaupt keine Erfahrung mit Aluminium, so dass das schon der erste Hinderungsgrund war. Weiterhin kann man Alu nicht löten. Bleibt also nur, es zu verschrauben, oder zu kleben. Weder das Eine noch das Andere sagten mir zu.
Der Inhaber eines Modellbaugeschäfts hat mich auf die Idee gebracht, den Anhänger aus Polystyrol zu bauen. Er selbst baut sehr viel damit und hat nur gute Erfahrungen damit gemacht. Nachdem ich mir noch ein paar Details von ihm erklären lassen habe, war die Entscheidung gefällt: Der Hänger wird aus Polystyrol gebaut!

Eigentlich wollte ich vorgefertigte U-Profile verwenden. Leider gibt es die nur mit viel zu dünnen Wandstärken. Die hätten die Belastungen niemals ausgehalten. Immerhin wiegt das zu transportierende Boot ca. 2—3 kg. (Ich habe es nie gewogen. Das ist nur eine Schätzung.) Außerdem soll das Boot auch über Waldwege gezogen werden. Da muss der Hänger schon ein bisschen was aushalten können.
Vorgefertigte U-Profile kamen also nicht in Betracht. Also musste ich die Profile selbst anfertigen. Was Dank der guten Verarbeitungsmöglichkeiten von Polystyrol kein Problem war. Man kann Polystyrol einfach ein wenig anritzen und dann an einer Kante brechen. Das ergibt wunderbar glatte Bruchkanten. Man muss nur noch wenig nacharbeiten. Weiterhin wurde mir durch den Modellbauladeninhaber ein spezieller Kleber empfohlen. Dieser Kleber klebt eigentlich nicht, sondern verschweißt das Material. Das Polystyrol wird durch den Kleber angelöst und verbindet sich sehr fest mit dem Material der anderen Klebeseite. Das klebt besser als alles, was ich bisher verwendet habe. Und es klebt relativ schnell. Innerhalb weniger Sekunden ist die Klebung so fest, dass sie nicht mehr ohne weiteres verrutscht und nach ein paar Minuten bis ein paar Stunden ist sie vollständig ausgehärtet. Wenig Kleber ist hier meistens mehr.

Für den Rahmen habe ich also die benötigten Profile hergestellt und zusammengeklebt. Vorher habe ich natürlich erst einmal einen Plan gemacht. Mit Hilfe des Plans und der Maße daraus ging der Aufbau recht schnell.
Am Anfang war der Rahmen noch nicht sehr verwindungssteif. Als ich aber die Schrägen der Deichsel angebracht habe, war das Ärgste schon verschwunden. Ein paar Querstreben im Rahmen haben auch den Rest stabilisiert. Es ist zwar nicht so, dass sich der Rahmen überhaupt nicht mehr verwindet, aber er tut es nur noch in sehr geringen Maßen. Das ist wahrscheinlich auch nicht schlecht, wenn es über Stock und Stein geht.