Im Bausatz war natürlich ein Cockpit vorgesehen. Allerdings entsprach die Detaillierung nicht meinen Vorstellungen. Das Armaturenbrett war zwar ganz hübsch mit seinen drei Rundinstrumenten aber das war es auch schon fast. Wie ich das Armaturenbrett verfeinert habe, kann man hier nachlesen. Die vorgesehenen Sitze sollten aus zwei Balsahölzern hergestellt werden und eine Sitzbank bilden. Diese sollte nur bemalt werden. Das entsprach auch nicht meinen Vorstellungen. Die Herstellung meiner Ledersitze kann man hier nachlesen. Schlussendlich hatte das Cockpit keine Seitenverkleidung und keinen vernünftigen Boden.
Der Boden war auch gleich das größte Problem. Er sitzt eigentlich viel zu hoch, um maßstabsgerecht zu sein. Leider kann man den Boden auch nicht tieferlegen, da darunter der Motor untergebracht ist. Man hätte natürlich das Stevenrohr verlängern können und den Motor im Bug unterbringen können. Das habe ich mir aber erstens zu spät überlegt und zweitens wäre es wohl auch viel zu aufwändig. Aber auch mit dem höheren Boden sieht alles ganz nett aus.
Natürlich kann das vorgesehene Sperrholzbrettchen nicht ausreichend sein für mein Boot. Deshalb habe ich es mit Resten aus dem Bausatz beklebt und habe vor den Füßen die gleichen zweifarbigen Brettchen wie im Bug und bei der Motorabdeckung und nach hinten habe ich das normal Mahagoni verwendet. Ich habe auch kurz überlegt, so etwas wie Luken oder ähnliches anzudeuten. Da das die Maßstabstreue aber sowieso nicht ganz koscher war, habe ich darauf verzichtet.

Das allerwichtigste war natürlich Seitenverkleidungen anzubringen. Wer will schon die Spanten und die Außenwand sehen? Diese Verkleidungen habe ich ebenfalls aus Resten des Bausatzes hergestellt. Das Einpassen war nicht sonderlich schwierig.
Da ich diese Verkleidungen schon recht früh im Bauverlauf hergestellt habe und auch schon sehr früh lackiert habe, konnte ich mich schon zeitig an dem späteren Aussehen des Mahagonis erfreuen. Es ist wirklich ein wunderschönes Holz. Unlackiert sieht es ein wenig fade aus, aber mit fünf Schichten Klarlack ist es unglaublich.
Um die Lücke zwischen dem Oberdeck und den Seitenverkleidungen zu verdecken, habe ich wieder aus 0,3mm-Alublech einen Streifen geschnitten und ihn als Zierleiste aufgeklebt. Das gibt dem Boot Pepp und lässt gleichzeitig die Lücken verschwinden. Die Passgenauigkeit des Bausatzes und meine Geschicklichkeit waren auf lückenloses Arbeiten nicht vorbereitet. Spachteln entfällt ja auch. Da man es später immer sehen würde.
Einen Nachteil haben die Verkleidungen allerdings. Sie erschweren den Einbau der Positionslichter. Der musste also vor dem Einbau der Verkleidung erfolgen. Was auch keine große Hürde darstellte.

Wenn man die Sitze einigermaßen maßstabsgerecht positioniert, ist hinter den Sitzen jede Menge Platz. Allerdings nicht genug für eine zweite Sitzbank. Also habe ich mich daran gemacht, ein Cabrioverdeck anzudeuten. Natürlich im eingefalteten Zustand. Sonst sieht man ja nichts mehr vom Cockpit.
Diese Entscheidung war wohl auch recht clever. Dadurch dass die durchgehende Sitzbank in meinem Boot fehlt, hatte ich nach meiner ersten Probefahrt Unmengen Wasser im Heckbereich. Der Elektronik hat es aber nicht geschadet. Da zu einem schlüssigen Bootskonzept aber gehört, dass das Wasser außerhalb des Bootes bleibt. Werde ich gegebenenfalls noch weitere Abdichtungen vornehmen.
