Maxim · Bauschritt 02 / 05

Fahrlicht

Auf der einen Seite ist ja das Internet des Modellbauers Freund. Auf der anderen Seite führt es aber durch unzählige Detailbilder der Originale zu immer neuen Ideen für das aktuelle Modellbauprojekt. So entstand auch die Idee, mein Boot mit Scheinwerfern für Nachtfahrten auszustatten.

Meine erste Idee war, so etwas wie einen Suchscheinwerfer zu bauen. Ein Kauf kam nicht in Frage, weil ich soviel wie möglich selbst bauen wollte. Es stellte sich aber ziemlich schnell heraus, dass es für mich unmöglich war, einen kegelförmigen Scheinwerfer herzustellen. Es wäre zwar leicht gewesen, so etwas zu modellieren und dann zu lackieren. Aber das war mir nicht recht, da es dann nicht zum Rest der Beschlagteile gepasst hätte. Aus dem gleichen Grund habe ich auch die Ummantelung mit Alufolie verworfen.

Nach ein paar Recherchen im Internet habe ich herausgefunden, dass viele Originalrunabouts Scheinwerfer in der Bordwand am Bug integriert haben. Dann musste es eben so etwas sein. Leider läuft der Bug bei meinem Boot relativ spitz. Das sorgt dafür, dass ich eine recht aufwändige Form herstellen musste.

Dazu habe ich zuerst das Innere der Bordwand mit Fimoplast abgeformt. Anschließend habe ich mit einer Lehre den Kanal für die LED hineingepresst. Diese Form habe ich zum Aushärten in den Ofen gegeben. Nachdem die Form hart und ausgekühlt war konnte ich das Gegenstück herstellen.

Dazu habe ich wieder einen Block Fimoplast genommen ihn in die Form gedrückt. Nach ein wenig Nachbearbeitung konnte auch dieser Block in den Ofen, um auszuhärten.

Jetzt konnte ich also mit der eigentlichen Herstellung der Lampe beginnen. Dazu habe ich zwischen die beiden Formen wieder mein geliebtes 0,3mm-Alublech gelegt und dann mit dem Hammer die Formen ineinandergepresst. Dabei muss man sehr vorsichtig sein, da das Blech schnell reißt. Außerdem wirft es durch die schwierige Form Falten, um die man sich auch immer wieder kümmern muss. Ich hatte auch versucht, die Formen in einem Schraubstock aneinanderzupressen. Das führte aber zu schlechteren Ergebnissen als mit dem Hammer. Nach viel hämmern und fummeln war die erste Lampe auch fertig geformt. Jetzt kommt noch die tollste Arbeit: Schleifen. Erst mit 600er Papier, um die groben Kanten wegzubekommen, dann mit 1000er und am Ende noch 2000er.

Das Schleifen habe ich jeweils nass gemacht. Das schont das Papier (es verklebt nicht so schnell) und geht auch schneller. Als letzten Schliff habe ich die Rückseite von einigen Kunstlederresten genommen und damit das Blech poliert. Ich habe einige Stoffe ausprobiert. Die Rückseite von Kunstleder ging für mich am besten.

Und weil das alles so schön war, durfte ich alle Schritte für die zweite Lampe wiederholen. Aber nun wusste ich ja wie es geht. Damit ging alles etwas schneller.

Nun mussten noch Löcher für die LEDs gebohrt werden und diese eingesetzt werden. Mit viel Uhu Hart war das alles kein Problem.

Am schwersten war für mich, den Rumpf aufzuschneiden, um die Lampen einsetzen zu können. Wenn das was schief geht ist das ganze schöne Mahagoniboot ruiniert. Aber wie sagt man so schön? „No Risk. No Fun.“ Also Löcher gebohrt und ausgefeilt. Beim Feilen musste ich auch wieder sehr vorsichtig vorgehen. Ich wollte ja schließlich nichts aus der dünnen Bordwand brechen.

Loch

Lampe

Einsetzen

Fertig!